Von Coperto bis Hauswein - Dein kleiner Gastro-Knigge für Italien
So vermeidest du typische Touristen-Fehler beim Essen und Trinken in Italien
Gut essen und Italien, das passt zusammen wie Sonne und Strand, Mond und Sterne, Liebe und Kuss. Gemüse und Obst wächst unter der mediterranen Sonne reichlich und jedes Glas Wein erzählt die Geschichte des Weinbaus seit vielen Jahrhunderten. Die Speisen variieren von Provinz zu Provinz, überall in Italien schmeckt es so delikat, dass man blind bestellen könnte, es wäre immer wohlschmeckend. Sogar die sprichwörtliche „Französische Küche“ kommt aus Italien. Vor 500 Jahren sollte Katharina di Medici den späteren König Henri II heiraten. Sie stimmte der Hochzeit nur zu unter der Bedingung, dass sie ihre Köche aus der Toskana mitbringen darf. Nach ihrer Meinung war das Essen in Paris ungenießbar.
Restaurantbesuch
Möchten Sie ein Restaurant in Italien besuchen, sehen Sie am besten zuerst auf die ausgehängte Speisekarte, bevor Sie sich im Lokal zu Ihrem Tisch leiten lassen. Der Aushang mit Preisen ist in Italien vorgeschrieben. Sie werden schnell erkennen, dass die Preise sogar in der Pizzeria tendenziell höher sind als in Deutschland. Italiener sind bereit, einen höheren Anteil ihres Einkommens für die Gastronomie auszugeben als Deutsche. Die Gegenleistung sind frische, regionale Zutaten, eine große Palette an Pasta, Fisch- und Fleischgerichten und eine weltweit anerkannte Kochkunst.
Trinkgeld in Italien
Zu zahlen ist die „Coperto“ zusätzlich zum bestellten Gericht, pro Person etwa 5 €. Coperto ist das Gedeck inklusive Appetithappen. Sie können den Betrag vom Trinkgeld einbehalten. Trinkgeld wird erwartet, davon leben die Bedienungen. Drücken Sie damit Ihre Zufriedenheit über Essen und Service aus.
Beim Preis genau hinsehen
Bei Fisch- und Fleischgerichten steht in der Speisekarte häufig ein Preis pro „Etto“. Das sieht optisch niedrig aus, bezieht sich jedoch nur auf 100 g des Angebots. Beispielsweise beträgt der Preis für ein Schnitzel (Cotoletta) mit etwa 200 g das 2-fache des Etto-Betrages. Wein zum Essen ist vielfältig.
So läuft das Bezahlen in Italien - anders als in Deutschland
Fragen Sie nach der Rechnung. Der Kellner wird Sie an die Kasse bei der Bar verweisen, oder die Rechnung kommt ganz gemütlich an Ihren Tisch. Sie liegt oft in einer kleinen Ledermappe, in die man Bargeld oder Karte legt. Der Kellner nimmt die Mappe, bei Barzahlung bringt der Kellner das Wechselgeld zurück, und man lässt einfach das Trinkgeld in der Mappe liegen. Bei Kartenzahlung kommt der Kellner mit dem Kartenlesegerät an den Tisch. In diesem Fall lassen Sie Trinkgeld am Tisch liegen. Die Rechnung wird üblicherweise nicht aufgeteilt, sondern man zahlt gemeinsam und teilt innerhalb der Gruppe die Beträge selbst auf.
Pizza und Wein, passt das?
Falls Sie der Umfang der Weinkarte irritiert, bestellen Sie einfach den Hauswein (Vino della Casa). Dieser Wein kommt aus einem nahe gelegenen Weingut, der Preis ist moderat, die Qualität hat den Verfasser dieser Zeilen noch nie enttäuscht. Zum Test des Weines erhält der optisch Älteste am Tisch einen Probetrunk. Zum Abendessen (Cena) trinkt man in Italien Wein in den verschiedensten Geschmacksrichtungen mit einer Ausnahme: Zu Pizza trinken Italiener vorwiegend Bier. Das müssen Urlauber aber nicht unbedingt nachahmen.

Restaurantbesuch am besten nicht vor 20 Uhr
Für Italiener ist das Aperitivo vor dem Restaurantbesuch obligatorisch. Als Appetitanreger geht man in eine Bar, genießt kleine Häppchen bei einem Glas Aperitivo. In diesem Zeitraum trifft man sich, um anschließend gemeinsam das Restaurant aufzusuchen.
Deswegen gehen Italiener vor 19:30 h nicht zum Essen. Wer also schon um 18 Uhr Hunger hat und ins Restaurant geht, braucht sich nicht zu wundern, wenn er/sie alleine ist. Wie erwähnt, Italiener gehen gerne ins Restaurant, auch in größeren Gruppen, auch mit Kindern. Im Restaurant entsteht dann eine entspannte Fröhlichkeit. Wenn dann auch noch der Fernseher läuft, könnte es durchaus laut werden, Einheimische stören sich nicht daran.
Italienisches Frühstück
Falls Sie am nächsten Morgen zu bequem sind, sich Ihren Kaffee selbst aufzubrühen, sind Sie in Italien genau richtig. Die „Bar“, meistens in der Ortsmitte neben der Kirche und mit einem völlig anderem Service-Programm als wir die Bar von zuhause kennen, bietet Ihnen das gesamte italienische Kaffee-Programm, das auf dem Espresso basiert. Das Röstverfahren des traditionellen Espresso unterscheidet sich vom industriellen Schnellverfahren, damit schont der Espresso und seine Variationen den Kreislauf.
Kaffee oder Espresso, was ist richtig?
In Italien bestellt man in der Bar einen Caffè und bekommt ganz selbstverständlich einen Espresso serviert - was für Deutsche oft überraschend ist, weil man zuhause unter 'Kaffee' meist eine größere Tasse mit gefiltertem Kaffee meint. In Italien heißt 'Kaffee' also Espresso. Wollen Sie aber lieber deutschen Filterkaffee anstatt Frühstücks-Cappuccino, dann müssten Sie einen amerikanischen Kaffee (Caffe Americano) bestellen. Das wäre schade, denn die Auswahl an italienischen Kaffeesorten ist groß, die Preise sind staatlich reguliert und der Inhaber der Kaffeebar (Barista) würde Ihnen gerne die einzelnen Kaffeegetränke vorstellen. Kaffee mit großem Milchanteil wie der Cappucino oder Caffè Latte trinken Italiener nur vormittags. Essen Sie dazu ein Croissant (Cornetto) oder ein Stück Kuchen (Torta), dann ist das italienische Frühstück komplett und Sie können mit südländischer Aktivität Ihren Urlaubstag angehen.
